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„Es ist noch zu früh“: LIV-Stars bleiben nach Investorentreffen skeptisch

LIV Golf CEO Scott O'Neil traf sich mit neuem Investor und Spielern. (Fotos: Getty)

Ein neuer Investor soll LIV Golf retten. Nach dem Treffen mit den Spielern gibt es Hoffnung aber Kaymer, Garcia und Co. bleiben vorerst zurückhaltend.
LIV Golf steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Nach dem Rückzug des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) soll ein neuer Investor die umstrittene Liga über die Saison 2026 hinaus finanzieren. Bei einem Treffen in Indianapolis erhielten die Spieler erstmals nähere Einblicke in die Pläne – doch längst nicht alle Fragen sind beantwortet.

Am Dienstag versammelten sich die Spieler der LIV Golf League im Clubhaus von Chatham Hills. Rund 50 Minuten lang sprachen sie mit CEO Scott O'Neil und dem potenziellen neuen Geldgeber. Wer hinter dem Investor steckt, ist weiterhin nicht öffentlich bekannt. Auch konkrete Details zur geplanten Finanzierung wurden bislang nicht genannt.

Dennoch scheint sich die Stimmung bei einigen Spielern verbessert zu haben. Brendan Steele von den HyFlyers sprach nach dem Treffen von einer gewissen Aufbruchstimmung. Entscheidend sei aus seiner Sicht, dass die Spieler Vertrauen in den eingeschlagenen Weg gewinnen. Er selbst machte deutlich, dass er LIV Golf auch künftig die Treue halten wolle.

Neues Konzept für LIV Golf geplant

Die Gespräche drehen sich offenbar um eine grundlegende Neuausrichtung der Liga. Nach bisherigen Informationen könnte LIV Golf in der kommenden Saison mit einem deutlich kompakteren Kalender antreten. Vorgesehen sind demnach zehn Turniere, jeweils zur Hälfte in den USA und im Ausland. Gleichzeitig sollen die Spieler wieder mehr Möglichkeiten erhalten, bei anderen internationalen Touren anzutreten.

Damit könnte LIV einen neuen Kurs einschlagen. Seit dem Ende der finanziellen Unterstützung durch den PIF im April ist die Zukunft der Liga jedoch von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Die Absage des Teamfinales in Michigan verkürzte die laufende Saison zusätzlich. Das Turnier in Indianapolis wurde dadurch kurzfristig zum Saisonabschluss.

Auch finanziell hinterlässt die schwierige Situation bereits deutliche Spuren. Das Preisgeld des Einzelturniers in Indianapolis wurde von den üblichen 20 Millionen auf rund 10 Millionen US-Dollar reduziert. Der Sieger erhält damit 2,02 Millionen Dollar. Zudem gibt es Berichte über ausstehende Zahlungen an Spieler und offene Rechnungen gegenüber Dienstleistern.

Für Martin Kaymer fehlen noch wichtige Details

Entsprechend vorsichtig fallen die Reaktionen auf den neuen Investor aus. Martin Kaymer, Kapitän der Cleeks GC, sieht zwar positive Signale, betont aber, dass noch wichtige Details fehlen. Der Investor sei von den Möglichkeiten überzeugt, gleichzeitig müsse noch geklärt werden, wie LIV Golf im kommenden Jahr konkret aussehen soll.

Auch Sergio Garcia hält sich mit einer Festlegung zurück. Auf die Frage nach seiner Zukunft bei LIV antwortete der ehemalige Masters-Sieger lediglich: „Wir werden sehen.“ Es gebe derzeit viele Gespräche, die noch nicht abgeschlossen seien.

Besonders interessant ist die Situation bei den prominenten Namen der Liga. Bryson DeChambeau war in den vergangenen Wochen intensiv in die Gespräche über die Zukunft von LIV eingebunden und soll gemeinsam mit O'Neil an möglichen Lösungen gearbeitet haben. Nach dem Treffen in Indianapolis wollte sich der US-Amerikaner allerdings nicht gegenüber Journalisten äußern.

Bei Jon Rahm ist die Situation noch offener. Der Spanier hat sich bislang nicht eindeutig dazu bekannt, auch über die laufende Saison hinaus bei LIV zu bleiben. Eine Rückkehr zur PGA Tour wäre allerdings erst dann konkret verhandelbar, wenn sein bestehender Vertrag mit LIV beendet oder aufgelöst wäre.

Finanzielle Probleme überschatten den Neustart

Der mögliche neue Geldgeber kommt für LIV Golf zu einem kritischen Zeitpunkt. Neben der Unsicherheit über die Finanzierung sieht sich die Liga mit mehreren rechtlichen Auseinandersetzungen wegen offener Rechnungen konfrontiert. Zudem sollen einige Spieler noch auf ihre Zahlungen für das Turnier in Bedminster Anfang August warten.

Für LIV ist der Investor deshalb mehr als nur eine Option für die nächste Saison. Er könnte darüber entscheiden, ob die Liga nach dem Rückzug des PIF überhaupt dauerhaft auf eigenen Beinen stehen kann.

Scott O'Neil soll am Mittwoch vor die Medien treten und weitere Details zur Zukunft der Liga präsentieren. Bis dahin bleibt allerdings offen, wer den neuen Kurs finanziert, welche Rolle die Spieler dabei einnehmen und ob die großen Stars dem Projekt tatsächlich langfristig folgen.

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Originalquelle: www.golfpost.de →